Fabrik der Zukunft: Wie werde ich klimaneutral und wo fange ich überhaupt an?

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‚Wie werde ich klimaneutral‘ ist eine Frage, die sich derzeit viele Unternehmen stellen. Fakt ist immerhin, dass deutsche Hersteller führend sind, wenn es um vernetzte Produktionstechnologien geht, die häufig auch auf Nachhaltigkeitsziele einzahlen.

Fakt ist, dass deutsche Hersteller führend sind, wenn es um vernetzte Produktionstechnologien geht, die häufig auch auf Nachhaltigkeitsziele einzahlen. In Nordrhein-Westfalen beschäftigen sich Unternehmen – auch aus dem Maschinen- und Anlagenbau – mit dem Thema „Klimaneutralität“. Einige von ihnen sind Teilnehmer der Energieeffizienz-Netzwerke, von denen der VDMA in Kooperation mit ProduktionNRW drei Netzwerke betreut. Teilnehmende namhafte NRW-Firmen, wie WILO SE, Lemken GmbH & Co. KG, Beckhoff Automation GmbH & Co. KG, Achenbach Buschhütten GmbH & Co. KG oder auch BOGE KOMPRESSOREN Otto Boge GmbH & Co. KG haben als Teilnehmer der Netzwerke Rhein-Ruhr und Ostwestfalen Wissen gewonnen, um die eigenen Produktion einen kleinen Schritt klimaneutraler zu machen. Denn, mit kleinen Schritten fängt alles an.

Der Green Deal eröffnet nun die Chance, dass Europa auch zum Leitmarkt für grüne Innovationen wird. Für den Maschinen- und Anlagenbau ist das eine Wachstumschance: Bis 2050 könnte die Branche weltweit rund zehn Billionen Euro zusätzlichen Umsatz mit klimaschonenden Technologien erwirtschaften. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie des VDMA und der Beratungsgesellschaft Boston Consulting Group (BCG), die am 15. Juli 2020 vorgestellt wurde. Da steckt also viel Musik drin!

NRW-Unternehmen nutzen Green Deal als Chance für Wachstum

Jetzt wird es wichtig, dass der Maschinen- und Anlagenbau die ersten Weichen in Richtung  Klimaneutralität stellt: Wie kann ich meinen eigenen CO2-Footprint von Produkten verringern oder auch meine eigene Produktion energieeffizienter gestalten? Vor allem stellt sich die Frage: Wo fange ich überhaupt an?

Wilo aus Dortmund gewann beispielsweise einen Nachhaltigkeitspreis für das Pumpenrecycling. Als einziger Pumpenhersteller weltweit ist der Pumpenhersteller in der Lage, die aus Seltenen Erden bestehenden Permanentmagnete zu recyceln und wieder in den Produktionskreislauf zurückzuführen. Und über das Neubauprojekt des neuen Wilo-Campus konnte der CO2-Ausstoß deutlich reduziert werden. Der wichtigste Hebel wird jedoch beim Pumpenbetrieb angesetzt: Die Produkte benötigen gegenüber herkömmlichen ungeregelten Pumpen bis zu 70 Prozent weniger Energie, was einer jährlichen Einsparung von acht Tonnen CO2 pro Pumpe entspricht. Genau dies sind die kleinen Schritte und Stories, die den deutschen Maschinen- und Anlagenbau künftig wettbewerbsfähig!

Für klein und mittelständische Unternehmen gestaltet sich der Weg zu einer klimaneutralen Produktion jedoch nicht so einfach wie für Konzerne – vor allem jetzt während der Auswirkungen durch die Corona-Pandemie fehlen die personellen oder auch finanziellen Mittel. Angesichts der oben benannten Chancen sollte man jedoch trotz Krise jetzt positiv bleiben: Wer sich im nächsten Aufschwung klimaneutraler aufstellt hat die Nase vorn. So wird wahrscheinlich der Druck auf die Lieferketten weiter zunehmen: Kunden fragen an, wie klimaneutral Produkte sind. Schon bald könnte Nachhaltigkeit verstärkt ein wichtiges Kriterium für die Neuanschaffung einer Maschine oder Anlage bedeuten. 

Leitfaden zur klimaneutralen Produktion

Vor diesem Hintergrund hat der VDMA einen Leitfaden zur klimaneutralen Produktion entwickelt, der im Laufe der kommenden Wochen veröffentlich werden soll. Erarbeitet wurde dieser zusammen mit der First Climate Markets AG. Teil des Leitfadens ist – neben vielen anderen Themen – eine Betroffenheitsanalyse zum Klimawandel: Dabei wurden qualitative und quantitative Informationen zu Schwerpunktthemen wie Verständnis des Klimawandels, unternehmensinternes Emissionsreporting, unternehmensspezifische Klimaziele, Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen und regional orientiertem Grünstrombezug erhoben. Auch CO2-Kompensation sowie der Handel mit Herkunftsnachweisen – insbesondere in der Supply-Chain – wurden bei der zugrundeliegenden Befragung berücksichtigt.

Auch das Kompetenznetz ProduktionNRW wird am 11. September 2020 flankierend eine Online-Informationsveranstaltung zur „Fabrik der Zukunft: Wie werde ich klimaneutral?“ anbieten und aufzeigen, wie nordrhein-westfälische Unternehmen schrittweise CO2 einsparen und Energieeffizienzpotenziale heben können.

Energieeffizienz-Netzwerke: mitmachen und klimaneutrale Zukunft planen

Damit Unternehmen den Transformationsprozess in eine klimaneutrale Zukunft planbar und risikoarm umsetzen können, ist die Entwicklung von unternehmensspezifischen Emissionszielpfaden erforderlich. Eine Klimastrategie bietet Unternehmen die Möglichkeit, unabhängig von nationalen politischen Klimaschutzambitionen, Planungssicherheit in Hinblick auf kommende klimaschutzpolitische Entwicklungen zu erlangen, frühzeitig Stellschrauben zu identifizieren und interne Strukturen anzupassen. Die Energieeffizienz-Netzwerke in Nordrhein-Westfalen leisten hierfür einen wichtigen Beitrag für die Branche. Nutzen Sie diese Chance und gegen Sie den ersten Schritt!

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