„Wir haben ein Problem mit Plastikmüll aber wir haben auch die technologischen Lösungen“

shutterstock_1282942501

Spätestens seit die Verschmutzung der Meere mit Plastikmüll die öffentliche Diskussion beherrscht, ist auch die Transformation unseres Wirtschaftsmodells hin zu einer Kreislaufwirtschaft in aller Munde.

Spätestens seit die Verschmutzung der Meere mit Plastikmüll die öffentliche Diskussion beherrscht, ist auch die Transformation unseres Wirtschaftsmodells hin zu einer Kreislaufwirtschaft in aller Munde. Die Frage, wie man nachhaltig wirtschaftet und damit auch Geld verdienen kann, war daher auch Thema eines Workshops, den der VDMA am 4. Dezember gemeinsam mit der paneuropäischen Medienplattform Euractiv organisierte.

Wie aktiv die Politik, eine solche Transformation forcieren muss, war eine der Kernfragen des Workshops. Fulvia Raffaelli, zuständige Abteilungsleiterin in der EU Kommission für nachhaltige Technologien und Produkte unter der Kreislaufwirtschaft, wies daraufhin, dass die Industrie schon heute zahlreiche Initiativen gestartet habe, die zu einem besseren Kreislauf von Produkten führen. „Wir müssen aber die Geschwindigkeit deutlich erhöhen und die Transformation hin zu einer echten Kreislaufwirtschaft jetzt initiieren. Diese Transformation kann aber nur gemeinsam mit der Wirtschaft erfolgen, sonst wird sie scheitern“ sagte Raffaelli bei der Veranstaltung. Unter dem bereits angekündigten „New Green Deal for Europe“ wird die Kommission in Kürze erste Vorschläge für Maßnahmen vorlegen, die die Transformation beschleunigen soll.

Ulrich Reifenhäuser, von der Reifenhäuser Gruppe, einem Hersteller von kunststoffverarbeitenden Maschinen, signalisierte der Kommission die Bereitschaft der Industrie zur Kooperation: „Wir haben ein Problem, insbesondere mit Kunststoffabfällen und dieses Problem müssen wir lösen. Wir als Industrie stehen bereit, unseren Beitrag zu leisten. Die gute Nachricht ist, dass es Lösungen für das Problem gibt. Die Industrie hat bereits jetzt Technologien, die das Recycling von Kunststoffen und den Wiedereinsatz von Rezyklaten ermöglichen.“ Ein wesentliches Hindernis für effektives Recycling ist aber nach wie vor die häufig fehlende Kenntnis der Zusammenstellung von Plastikabfällen. Deswegen ist es wichtig, dass Systeme und Anwendungen etabliert werden, die die Identifikation und Rückverfolgbarkeit der Bestandteile von Kunststoffabfällen ermöglichen.

Der Vertreter der Green Economy Foundation (EESC), Cillian Lohan, plädierte für einen wesentlich ambitionierteren Ansatz. „Wir dürfen uns nicht damit zufrieden geben, eine lineare Wirtschaft mit einigen vereinzelten Kreisläufen auszustatten. Wir brauchen eine echte geschlossene Kreislaufwirtschaft und zwar möglichst schnell“ forderte Lohan.

Die Diskussion zeigt, dass die Debatte um konkrete Maßnahmen zur Schaffung einer Kreislaufwirtschaft hochumstritten ist. Der VDMA wird seine Kompetenz und Positionen aktiv in die weitere Diskussion einbringen. 

Eine Videozusammenfassung von der Veranstaltung finden Sie hier.