Wirtschaft und Menschenrechte - Monitoring startet Ende Juli

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Die Regierung hat 2016 beschlossen, dass auch die Wirtschaft ihre Verantwortung für Menschenrechte präziser wahrnehmen soll. Dazu gibt es jetzt ein Monitoring, das die Weichen insbesondere für den Mittelstand stellen dürfte. Der VDMA appelliert an alle Unternehmen, die betroffen sind, mitzumachen. Nur so haben Firmen die Möglichkeit, Einfluß zu nehmen.

Anforderungen an Unternehmen

Mit dem Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte (NAP) erwartet sie, dass alle deutschen Unternehmen bis 2020 gemäß ihrer Größe, Branche und Position in der Lieferkette, freiwillige Prozesse zur menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht einführen. Der NAP beschreibt dafür fünf Kernelemente, die Unternehmen anwenden sollen, um im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit nachteilige menschenrechtliche Auswirkungen zu verhüten und zu mildern:

  • 1 Grundsatzerklärung zur Achtung der Menschenrechte
  • 2 Verfahren, die tatsächliche oder potenziell nachteilige Auswirkungen auf Menschenrechte ermitteln
  • 3 Maßnahmen, die potenziell negative Auswirkungen abwenden und ihre Wirksamkeit überprüfen
  • 4 Berichterstattung
  • 5 Beschwerdemechanismus

 

Monitoring

Mit dem Monitoring möchte die Bundesregierung eine umfassende Auswertung des Umsetzungsstandes von menschenrechtlicher Sorgfaltspflicht durch in Deutschland ansässige Unternehmen erhalten. Es wird einmal 2019 und 2020 ein zweites Mal durchgeführt. Dann mit der klaren Zielvorstellung der Bundesregierung, dass mindestens 50 Prozent aller auf die Befragung antwortenden Unternehmen als NAP-konform handelnd bewertet werden müssten. So steht es im Koalitionsvertrag von 2018. Sollte dies nicht der Fall sein, wird die Koalition laut Koalitionsvertrag gesetzgeberisch tätig werden. In andern EU-Ländern gibt es hier zum Teil bereits gesetzl. Regulierungen - so z.B. in Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden.

Dieses Monitoring startet nun in Kürze mit einer repräsentativen Erhebung mittels eines Fragebogens bei etwa 1.800 zufällig ausgewählten deutschen Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern. Unternehmen aus der Stichprobe werden Ende Juli mit der Einladung zum Monitoring-Prozess per Email direkt kontaktiert.

 

Unterstützung für VDMA-Mitglieder:

 

Weitere Informationen:

 

Für Fragen rund um den NAP steht Ihnen im VDMA ein Expertenteam, bestehend aus Anette Binder, Abteilung Recht, Dr. Susanne Engelbach, Abteilung Außenwirtschaft und Judith Herzog-Kuballa, Abteilung Technik, Umwelt und Nachhaltigkeit, zur Verfügung. Weiterführende Informationen zum NAP finden Sie hier (nur für Mitglieder).