VDMA fordert offene, digitalisierte und global anschlussfähige Kreislaufwirtschaft

In zwei neuen Positionspapieren zeigt der VDMA die Chancen, Herausforderungen und erforderlichen gesetzlichen Rahmenbedingungen der Kreislaufwirtschaft auf.

Die Kreislaufwirtschaft ist zu einem Megatrend geworden, der auch den Maschinenbau nachhaltig beeinflusst. Der VDMA sieht darin viele Chancen für seine 3200 Mitgliedsunternehmen. Veränderte Produkt- und Produktionsanforderungen erfordern technologische Lösungen, die der Maschinenbau liefert. Gekoppelt mit den Möglichkeiten der Digitalisierung und Datenanalytik entstehen Räume für neue Geschäftsmodelle. Die Europäische Union ist zum globalen Taktgeber und Vordenker von Kreislaufwirtschaftsansätzen geworden. Wichtig ist jetzt, dass die konkrete Umsetzung offen, marktgetrieben und global anschlussfähig gestaltet wird. Der VDMA beschreibt in zwei neuen Positionspapieren die Chancen, Herausforderungen und erforderlichen gesetzlichen Rahmenbedingungen der Kreislaufwirtschaft.

Die Digitalisierung ist keine Voraussetzung und kein Wundermittel für das Gelingen der Kreislaufwirtschaft - aber sie ist ein hilfreiches Instrument zur Unterstützung. Zu diesem Schluss kommt das Positionspapier “Kreislaufwirtschaft 4.0: Wie die Digitalisierung die Kreislaufwirtschaft ankurbeln kann”. Bisher ungenutzte, verborgene Informationen, die Potenziale für eine optimierte Produktnutzung und datenbasierte Geschäftsmodelle bieten, können durch die Digitalisierung zu Tage befördert werden. Voraussetzungen ist, dass der laufende Aufbau der digitalen Kommunikationsinfrastruktur auch für die Kreislaufwirtschaft genutzt wird. Der VDMA sieht ein politisches Handlungsfeld in der sicheren und fairen Gestaltung des Datenaustausches. Unbedingt beachtet werden sollten aufkommende Zielkonflikte.

Die konkreten gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Maschinenbau werden in der technischen Gesetzgebung festgelegt. Ein relevantes Instrument, das die Bedingungen für ein kreislauffähiges Produkt festlegt, ist die Ökodesign-Richtlinie. Um europaweit einheitliche Standards zu schaffen, hat die Europäische Kommission die europäischen Normungsorganisationen beauftragt, Definitionen und Messmethoden zu entwickeln. In Hinblick auf die politische Umsetzung der laufenden Standardisierungsarbeiten plädiert der VDMA in dem Positionspapier „Ökodesign und Materialeffizienz: Bereit für die Kreislaufwirtschaft?“ insbesondere dafür Konsumgüter und Industriegüter unterschiedlich zu behandeln - gerade im Bereich der Langlebigkeit und Reparierfähigkeit gibt es Marktchancen, die nicht für einen regulatorischen Eingriff sprechen.

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