VDMA: Produktdatenbank keine Lösung für die Marktüberwachung

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Ab 2019 sollen Unternehmen Produktinformationen in eine Datenbank hochladen. Aus Sicht des VDMA ist das Instrument aber kaum dazu geeignet, die Energieeffizient von Produkten zu kontrollieren.

Betroffene Maschinenbauer sollen künftig bestimmte technische Unterlagen zu ihren Produkten in eine Produktdatenbank hochladen. Das hat die Einigung vom 21. März zwischen Europäischem Parlament und Rat zur neuen Energielabel-Verordnung ergeben. Der VDMA hat sich stets gegen eine solche Datenbank ausgesprochen, in der technische Unterlagen zu einzelnen Produkten zentral gespeichert werden sollen – aus Sicht des Verbands ist sie kaum dazu geeignet, die lückenhafte Marktüberwachung hinsichtlich der Energieeffizienz von Produkten in der EU zu verbessern.

Ab 2019 sollen Einträge in die Produktdatenbank für alle regulierten Geräte verpflichtend werden. Konkret wird die Datenbank aus einem öffentlichen und einem geschlossenen Teil bestehen: Verbraucher sollten sich im öffentlichen Teil einen Überblick über den Markt machen und das effizienteste Produkte seiner Kategorie identifizieren können. Der geschlossene Teil soll mit technische Daten, wie Messmethoden und -ergebnisse, für die Marktüberwachungsbehörden ergänzt werden. Immerhin sollen Unternehmen, anders als ursprünglich geplant, nur eingeschränkt dazu angehalten werden, detaillierte Unterlagen zu ihren Produkten hochzuladen. 

„Die Produktdatenbank ist nur eine Feigenblattlösung für die fehlende Marktüberwachung in der EU. Physische Kontrolle muss weiter Vorrang vor Papierkontrollen über eine Datenbank haben“, sagt Naemi Denz, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des VDMA. „Die gute Nachricht ist, dass nach erster Einschätzung nicht mehr die unmittelbare Sorge besteht, dass Unternehmen über die Datenbank Geschäftsgeheimnisse preisgeben müssen. Abschließend kann man das aber erst beurteilen, wenn das Instrument in zwei Jahren in der Praxis bestehen muss.“

"Die Produktdatenbank ist nur eine Feigenblattlösung für die fehlende Marktüberwachung in der EU"

Darüber hinaus sieht die Verordnung eine neue Skala für die Energieeffizienz von Produkten vor. Statt der derzeitigen Abstufung von A+++ bis G soll nun von A bis G skaliert werden. Der Abpassungsbedarf ergibt sich aus dem technologischen Fortschritt in der Energieeffizienz, der in der Praxis zu Labels wie „A+++ - 20%“ geführt hatte. Allerdings bleibt aus Sicht des VDMA abzuwarten, ob eine Neuordnung der Klassen wirklich zu mehr Übersicht beiträgt. In jedem Fall sollte der Übergang vom alten zum neuen System für Hersteller und Handel unbürokratisch und praxisorientiert verlaufen.

Der finale Text wird mit der offiziellen Annahme der Verordnung durch Rat und Europäischem Parlament zur Verfügung stehen. Voraussichtlich wird die Verordnung nicht vor 1. Juli 2017 in Kraft treten. Frühester Zeitpunkt für die Einführung der neuen Skala ist 2019.