Europäisches Parlament und Rat einigen sich auf einen Kompromiss zur EU-Taxonomie

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Das Europäische Parlament und der Rat haben sich auf einen Kompromiss über die Klassifizierung nachhaltiger Finanzierungen, unter der so genannte EU-Taxonomie, geeinigt.

Das Europäische Parlament und der Rat haben sich auf einen Kompromiss über die Klassifizierung nachhaltiger Finanzierungen, unter der so genannten EU-Taxonomie, geeinigt. Die Regulierung definiert, welche Wirtschaftstätigkeiten als nachhaltig bezeichnet werden dürfen und somit in ein als nachhaltig gekennzeichnetes Finanzprodukt aufgenommen werden können. Finanzprodukte, die die Taxonomie nicht anwenden, müssen dies in einem Disclaimer veröffentlichen. Die Klassifizierung gilt grundsätzlich für alle Finanzprodukte.

Der VDMA sieht in der EU-Taxonomie einen positiven Ansatz, um eine gemeinsame Sprache für nachhaltige Investitionen zu definieren und um das sogenannte „green washing“ zu vermeiden. Neben den freiwilligen, marktgerechten Informationen über Nachhaltigkeitsfaktoren legen Unternehmen bereits heute eine Vielzahl von Pflichtangaben im Rahmen ihrer finanziellen und nichtfinanziellen Berichterstattung offen. Insbesondere bei den größeren am Kapitalmarkt tätigen Unternehmen sind daher bereits in ausreichendem Maße Informationen zur Nachhaltigkeit verfügbar. Die neue EU-Taxonomie sollte daher nicht zu zusätzlichen Berichtspflichten oder überproportionalen Kostensteigerungen für die Realwirtschaft führen.

Nächste Schritte:

Nach der förmlichen Annahme der EU-Taxonomie wird die Kommission die eigentliche Liste der ökologisch nachhaltigen Aktivitäten auf der Grundlage von Empfehlungen der Sustainable Finance Platform festlegen - einer Expertengruppe, die sich aus NGOs, Finanzmarktunternehmen und EU-Stakeholdern zusammensetzt.

Für den Maschinen- und Anlagenbau ist es dabei von zentraler Bedeutung, dass es zu keiner Ausgrenzung von Technologien kommt. So müssen weiterhin alle Technologien die einen Beitrag zur Reduzierung von Emissionen leisten können, einen Zugang zu nachhaltiger Finanzierung erhalten.

Auch unter der in der EU Taxonomie eingebauten Überprüfungsklausel bis Ende 2021, darf es nicht zu einer „braunen Liste“, einem grundsätzlichen Ausschluss zum Zugang nachhaltiger Finanzierung, kommen.

Der gefundene Kompromiss soll unter der neuen EU-Kommission weiter ausgebaut werden um die Finanzierungslücke bei nachhaltigen Investments zu schließen. Die Kapitalmärkte können so stimuliert werden und dazu beitragen die Klima- und Energieziele zu erreichen.